„Ich nicht!“ – „Ich nicht!“ schrien die Kinder, nur das besinnliche Trinchen saß stumm und teilnahmslos auf seinem Platze.

„Einmal hat's drin gerappelt!“ rief Anton Friedlich, der sich doch nicht ganz klar war, ob er nicht den Schrank offen gelassen hatte.

„Ich hab's auch gehört!“ – „Ich auch!“ riefen einige andere. „Es ist jemand drin gewesen!“

Der Herr Lehrer rief seine Frau, die allein noch von ihrer Wohnung aus das Zimmer betreten konnte, und die Frau Lehrerin sagte, sie sei darin gewesen; ob aber der Schrank offen gestanden habe, darauf konnte sie sich nicht besinnen.

„Müllers Trinchen ist zuletzt in der Stube gewesen,“ rief Schnipfelbauers Fritz auf einmal, und aller Augen richteten sich auf Trinchen, die blutrot wurde.

„Hast du gesehen, ob der Schrank offen war?“ fragte der Lehrer die zitternde Kleine.

Trinchen schwieg verwirrt und wagte nicht aufzusehen. Es wurde mäuschenstill in der Klasse.

„Trinchen, komm einmal mit deinem Ranzen zu mir,“ sagte der Lehrer ernst, aber nicht unfreundlich.

Der Gedanke an das Kästchen durchzuckte Trinchen. „Wenn der Herr Lehrer das findet und danach fragt!“ dachte sie angstvoll, und unbeweglich blieb sie auf ihrem Platze.

„Trinchen,“ sagte der Herr Lehrer strenger, „du kommst sofort her!“