Die Prinzessin mit dem seltsamen Namen.

An dem vergnügten Bratäpfelfest, das so schön war, wie nur ein Kinderfest sein kann, erzählte Muhme Lenelis ihren kleinen Gästen die Geschichte von der Prinzessin mit dem seltsamen Namen. „Es war einmal,“ so begann sie, „eine Prinzessin, die einen recht häßlichen Namen hatte. Den hatte sie von ihrer Tante erhalten, die zwar eine Fee war, aber beileibe keine gute, sondern eine recht böse. Um die Eltern der armen Prinzessin zu ärgern, hatte sie dem Kinde den häßlichen Namen gegeben und gleich dabei die Verwünschung ausgesprochen, wenn die Prinzessin mit einem andern Namen gerufen würde, so müßte sie sterben. Nur wenn ein Königssohn sie heiraten wollte, dürfte er ihr am Hochzeitsmorgen einen andern Namen geben; dieser Name müßte aber das erste Wort sein, das er an diesem Morgen der Königstochter zuriefe. Die Eltern waren schrecklich traurig über den häßlichen Namen.“

„Wie war er denn?“ rief Annchen Amsee ungeduldig.

„Abwarten und Tee trinken,“ sagte Muhme Lenelis und fuhr ruhig fort. „Noch trauriger aber war die schöne Prinzessin selbst, als sie größer wurde und merkte, wie häßlich ihr Name eigentlich war. Sie hieß nämlich –“

„Friederike!“ rief Heine Peterle kläglich.

„Na so was!“ schrie die Muhme entrüstet. „Das ist doch kein häßlicher Name, dummer Bub' du!“

„Nein,“ sagte Heine Peterle und rückte ängstlich auf dem umgestülpten Holzeimer, auf dem er saß, hin und her, „ich meine nur, Friederike stößt mich immer von hinten.“