„Aufstehen sollst!“ schrie Trude und puffte und schubste die Kameradin. Diese knurrte nur behaglich und schlief weiter. Da nahm Krämers Trude kurz entschlossen ihren braunen Henkelbecher aus dem Korb, schöpfte ihn voll Wasser und goß ihn der Freundin über den Kopf.

Das half. Mariele fuhr auf, wie von einer Tarantel gestochen, und begann fürchterlich zu schreien, daß es ihrer Kameradin himmelangst wurde.

Schließlich wußte diese kein anderes Mittel, als Mariele rasch den Mund zuzuhalten und ihr zuzurufen: „Die Gänse sind weg!“

Da verstummte auch Mariele und sah sich verwirrt um. Wirklich, die Gänse waren weg.

„Komm, komm,“ drängte Krämers Trude, „wir müssen sie suchen. Paß auf, die sind nur ein Stück im Bach weitergeschwommen!“

„Es wird so dunkel,“ jammerte Mariele ängstlich, „es kommt gewiß ein Gewitter.“

Auch Trude warf einen ängstlichen Blick auf den Himmel, der sich verdüstert hatte. Sie ergriff die Hand der Freundin, und beide rannten den Bach entlang und schrien von Zeit zu Zeit. „Wule, wule, wule!“

Aber keine Gänse gaben schnatternd Antwort, so dringend die beiden Hirtinnen auch lockten.

Den beiden Mädeln wurde das Herz immer schwerer.

„Wo sie nur sein mögen?“ rief Mariele klagend.