„Wir ha–ha–haben nicht ge–ge–stohlen,“ schluchzte Mariele.
„Huhuhu! Das sind unsere Gänse! Huhuhu!“ heulte Trude.
„Was, eure Gänse? Na, da schlägt's dreizehn,“ schrie die Alte. „So ein freches Gesindel! Na, wartet nur, ich sperr' euch jetzt ein, und Leberecht Sperling mag euch ins Dorf führen!“
Leberecht Sperling! Einen Augenblick waren die beiden sprachlos vor Entsetzen.
Leberecht Sperling sollte sie ins Dorf führen, – ja warum denn?
„Laß mich los, huhuhu!“ kreischte Trude.
„Los!“ quiekte Mariele.
„Fällt mir gar nicht ein, nä, so dumm bin ich nicht. Jetzt marsch, da rein! Ich treib' meine Gänse heim und schick' Leberecht Sperling nach euch!“
Ehe die beiden noch recht zur Besinnung gekommen waren, saßen sie in einem kleinen, feuchten, dunklen Raum.
Es war ein kleines Häuschen, in dem sich Fischkästen befanden, in das die Alte die Kinder eingesperrt hatte. Einige Minuten schrien diese, so laut sie konnten, und stießen mit Händen und Füßen um sich. Krämers Trude gebärdete sich am tollsten, aber plötzlich hörte Mariele einen Plumps und sah im dämmrigen Licht ihre Freundin verschwinden.