»Aber Kasperle, wie kommst du hierher?« riefen Eltern und Geschwister.

Frau Tippelmann sah nur den braunen See; sie schalt ärgerlich: »Zu viel Dung wirft den Wagen um.«

Am tiefsten war Alette Amhag vor den vielen fremden Menschen erschrocken. Sie stammelte zitternd: »Er hat mich nur besucht.«

»Ja,« rief Kasperle weinerlich, denn ihm fing es an ungemütlich zu werden, »ich besuch' sie alle Tage. Alettle ist meine Freundin, und sie ist – ist – ne – Indianerin!«

Da war es heraus, das schwere Wort, und es tut wohl, wenn man so von banger Angst erlöst wird. Sie lachten alle, selbst Frau Tippelmann schmunzelte, und am allerlautesten lachten Herr Baldan und Kasperle. Frau Grill nahm ihr beschmiertes Bübchen auf den Arm und sagte zärtlich: »O du böser Schelm, wie habe ich mich um dich gesorgt!«

Alettes Augen wurden da groß und weit; eine unendliche Sehnsucht stieg jäh in ihrem kleinen Herzen auf, auch einmal so an einer Mutter Herzen ruhen zu können, und unwillkürlich flüsterte sie leise: »Ach, Kasperle, du hast es gut!«

Nur Frau Grill hörte das leise Wort, und Frau Grill verstand in kleinen traurigen Herzen zu lesen und verstand es, linde zu trösten. Sie zog Alette, die aufgestanden war und schon neben ihr stand, herzlich an sich und sagte liebevoll: »Willkommen in deiner Väter Heimat! Möge es dir hier gut gehen! Du hast schon mit unserm Kasperle Freundschaft geschlossen, ich hoffe, wir andern kommen auch daran.«

»Das will ich meinen! Die Amhags und die Grills waren allezeit gute Freunde,« rief Herr Grill. »Aber nun, wenn wir nicht bald laufen, läuft uns die Sonne davon; unser schlimmes Kasperle hat uns schon um eine Stunde Zeit gebracht.«

»Spazierengehen!« rief Kasperle, dem dies plötzlich wieder einfiel. »Alettle geht mit.«

»Wenn sie will, kann sie es tun, und wenn sie gescheit ist, tut sie es!« Herr Grill nickte Alette auch zu, als wäre die seit vielen Jahren in Breitenwert daheim, und die schüchterne Alette verlor die letzte Befangenheit und sagte: »Ich möchte so gern!«