Immer wieder erzählten sie Gundel von ihr, und immer wieder wollte Gundel von Alette hören. Peter, der ein dicker, kleiner Stöpsel war, ahmte mit viel Gepolter nach, wie Alette angekommen sei. Er quiekte dabei wie ein kleiner Hund, der sich den Schwanz einklemmt; das sollte Alettes flehendes Rufen vorstellen, und Mathes sagte auch jedesmal: »So hat sie's gemacht.«
Und wieder dachte Gundel ohne Neid, aber mit viel Sehnsucht: Wäre das fremde Mädchen doch meine Freundin! »Ihr müßt euch bedanken,« sagte sie zu den Brüdern.
Die hätten das schon gern getan, aber wie? Einfach hingehen und sagen: »Danke schön,« das ging doch nicht! Dazu waren die frechen Sternbübles wieder viel zu schüchtern. Auch Gundel fand diesen einfachen Weg furchtbar schwer; sie riet: »Ihr müßt ihr schreiben.«
Die Brüder lagen schon im Bett, als sie ihnen diesen Vorschlag machte, und beide krochen mit einem wilden Aufschrei unter ihre Deckbetten. Einen Brief zu schreiben, etwas so Ungeheuerliches mutete ihnen die Schwester zu! »Uff!« stöhnte Peter, aber Mathes fand einen Ausweg: »Schreib du; du nimmst so ein feines Bögle mit Vergißmeinnichtle drauf, wie du an Weihnachten bekommen hast. Da freut sie sich.«
»Ja, schreib du!« Peterle kam auch wieder unter dem Deckbett vor. »Wir tragen's hin und werfen's rein.«
»Wie heißt sie denn?« fragte Gundel zögernd.
Die Buben sahen sich an; ja, ja, das wußten sie gar nicht.
Gundel atmete erleichtert auf. »Dann kann ich net schreiben. Aber ein Blumensträußle könntet ihr hintragen.«