Er athmete auf, noch war er indeß nicht jeder Sorge ledig.
„Mich begleitete ein junges Mädchen, sagte er.
— Sie wurde nicht getödtet! antwortete der Mujik, der die Unruhe zu beschwichtigen suchte, die aus den Augen seines Pflegebefohlenen leuchtete. In einer Barke haben sie jene entführt, als sie den Irtysch weiter stromab ruderten! Sie ist jetzt eine Gefangene mehr, welche man mit ihren Leidensgefährtinnen nach Tomsk schleppt!“
Michael Strogoff konnte keine Sylbe erwidern, er preßte seine Hand auf’s Herz, um dessen stürmisches Klopfen zu bewältigen.
Und doch, trotz aller Prüfungen, beherrschte nur ein Gefühl seine ganze Seele, das Gefühl seiner heiligen Pflicht.
„Wo bin ich? fragte er.
— Auf dem rechten Ufer des Irtysch und nur fünf Werst von Omsk entfernt, antwortete ihm der Mujik.
— Was für eine Wunde empfing ich damals, daß sie mich so lange besinnungslos machen konnte? Vielleicht einen Flintenschuß?
— Nein, einen jetzt vernarbten Lanzenstich am Kopfe, erwiderte der Mujik. Nach einigen Tagen der Ruhe, Väterchen, wirst Du, denk’ ich, Deinen [pg 1-187] Weg fortsetzen können. Du warst in’s Wasser gestürzt. Die Tartaren haben Dich weder berührt noch geplündert; auch Deine Börse steckt noch in Deiner Tasche.“
Michael Strogoff reichte dem ehrlichen Bauer die Hand. Dann richtete er sich mit einer plötzlichen Anstrengung auf und fragte: