Dennoch trieb ein ungewisses Gefühl Marfa Strogoff, an Nadia immer weitere Fragen zu stellen.

„Du sagst mir er sei unerschrocken gewesen, [pg 2-35] meine Tochter; Du hast mir versichert, daß er es war, sagte sie.

— Gewiß, unerschrocken, bestätigte Nadia.

— So wäre mein Sohn auch gewesen“, murmelte Marfa Strogoff halb für sich.

Dann fuhr sie fort:

„Du sagst mir auch, daß Nichts ihn aufhalten konnte, daß Nichts ihn erschreckte, daß er so mild war, bei aller Kraft, daß Du in ihm ebenso gut eine Schwester, wie einen Bruder hattest, daß er über Dich wachte, wie eine Mutter?

— Ja, ja, erwiderte Nadia, Bruder, Schwester, Mutter, o, er war mir Alles!

— Und auch ein Löwe, Dich zu vertheidigen?

— Wahrhaftig, ein Löwe! antwortete Nadia; ja ein Löwe, ein Held!

— Mein Sohn, mein Sohn! dachte die alte Sibirierin. Du sagst auch, daß er im Posthofe zu Ichim sich eine so unwürdige Behandlung gefallen ließ?