„Meine Hand willst Du drücken, Väterchen? sagte Nicolaus. Hier ist sie! Drücke sie, soviel es Dir Vergnügen macht.“
Die Kibitka setzte sich wieder in Bewegung. Das Pferd, welches Nicolaus Pigassof nie mit der Peitsche antrieb, war ein Paßgänger. Wenn Michael Strogoff auch an Schnelligkeit nicht viel gewann, so blieben ihm und Nadia doch weitere Körperanstrengungen erspart.
Die Erschöpfung des jungen Mädchens war auch so groß, daß es, geschaukelt von dem gleichmäßigen Schwanken der Kibitka, bald in tiefen, fast todtenähnlichen Schlaf verfiel. Michael Strogoff und Nicolaus Pigassof betteten die müde Schläferin so gut es ging auf Birkenlaub und Stroh. Der mitleidige junge Mann war innig bewegt, und wenn sich aus Michael Strogoff’s Lidern keine Thräne drängte, so lag es daran, daß das glühende Eisen deren Quelle versiegen gemacht hatte.
„Es ist ein nettes Mädchen, sagte Nicolaus.
— O ja, erwiderte Michael Strogoff.
— Die Püppchen wollen immer stark sein, Väterchen, immer muthig, und im Grunde sind sie doch nur schwach. – Kommt Ihr von weit her?
— Von sehr weit.
— Arme Leutchen, – das mußte Dir sehr weh thun, als sie Deine Augen verbrannten.
— Ja gewiß, erwiderte Michael Strogoff sich umwendend, als hätte er Nicolaus sehen können.
— Und Du weintest dabei nicht?