— Väterchen, versetzte Nicolaus, mir scheint, es empört Dich gar nicht so sehr, von Iwan Ogareff sprechen zu hören. Jedes russische Herz zittert doch sonst vor Wuth, wenn man diesen Namen ausspricht.
— Glaube mir, Freund, ich hasse ihn mehr, als Du ihn jemals hassen könntest.
— Das ist unmöglich, erklärte Nicolaus; nein, das ist nicht möglich! Wenn ich an Iwan Ogareff denke, an das Böse, das er unserm heiligen Rußland zugefügt hat, so übermannt mich der Zorn und wenn ich ihn unter den Händen hätte …
— Nun, wenn Du ihn hättest, Freund?
— Ich glaube, ich würde ihn umbringen.
— Und ich, ich weiß das gewiß“, erklärte ruhig Michael Strogoff.
Siebentes Capitel.
Die Ueberschreitung des Jeniseï.
Am 25. August kam die Kibitka mit sinkendem Tage in Sicht von Krasnojarsk an. Die Reise von Tomsk bis hierher hatte acht Tage in Anspruch genommen. Wenn sie trotz aller Bemühungen Michael Strogoff’s nicht schneller vor sich ging, kam das daher, daß Nicolaus nur sehr wenig schlief. Daraus ergab sich die Unmöglichkeit, die Gangart seines Pferdes zu beschleunigen, das unter anderen Händen nur sechzig Stunden zu dieser Strecke gebraucht hätte.