Michael Strogoff war ebenso an diese Art Wagen, wie an dessen Beförderung gewöhnt. Weder das Schütteln noch das Hüpfen des Gefährtes belästigte ihn. Er wußte, daß ein russisches Gespann weder Feldsteine, noch Gleise oder tiefe Löcher vermeidet, so wenig wie umgestürzte Baumstämme oder Gräben, die den Weg sperren. Ihm war das nicht neu. Seine Gefährtin freilich lief Gefahr, durch dieses Stoßen des Tarantaß verletzt zu werden, doch sie beklagte sich nicht.
Die erste Zeit der Fahrt verhielt sich Nadia, als sie so schnell dahin gerissen wurde, ganz stumm. Endlich, immer von dem Gedanken: Ankommen, nur ankommen! verfolgt, begann sie:
„Von Perm nach Jekaterinenburg rechnete ich 300 Werst, Bruder. Habe ich mich geirrt?
— Gewiß nicht, Nadia, erwiderte Michael Strogoff, und in Jekaterinenburg werden wir den Fuß des jenseitigen Uralabhanges erreicht haben.
— Wie lange wird die Fahrt durch die Berge dauern?
— Achtundvierzig Stunden, da wir Tag und Nacht reisen, – ich sage Tag und Nacht, denn ich darf keinen Augenblick verlieren und muß ohne Säumen nach Irkutsk eilen.
— Ich werde Dich nicht aufhalten, Bruder, nicht eine Stunde; wir wollen Tag und Nacht fahren.
— Nun, Nadia, wenn uns der Einfall der Tartaren nicht die Wege verlegt, so können wir vor Verlauf einer Woche angekommen sein.
— Du hast diese Reise schon einmal gemacht?
— Schon mehrere Male.