— Nein, Bruder.
— Sei bereit für Alles. Jetzt kommt das Unwetter!
— Ich bin bereit.“
Michael Strogoff hatte kaum Zeit, die Ledervorhänge zu schließen.
Wild tobte der Sturmwind heran.
Der Jemschik war mit einem Sprunge von seinem Sitze herab und eilte, die Pferde am Kopfe zu halten, denn dem ganzen Gespann drohte eine schreckliche Gefahr.
Unbeweglich stand der Tarantaß an einer Biegung des Weges, durch welche der Sturm hereintobte. Der Wagen mußte also dem Winde gerade entgegen gehalten werden, denn ergriff jener ihn von der Seite, so wäre er unfehlbar umgeworfen und in den benachbarten Abgrund geschleudert worden. Von den [pg 1-127] Windstößen zurückgedrängt bäumten sich die Pferde, ohne daß es ihrem Führer gelang, sie wieder zur Ruhe zu bringen. Auf die Schmeichelworte folgten die kräftigsten Flüche. Nichts half. Die armen, von den elektrischen Entladungen geblendeten, von dem schrecklichen, Artilleriesalven ähnlichen Donner betäubten Thiere drohten die Stränge zu zerreißen und durchzugehen. Der Jemschik war nicht mehr Herr seines Gespannes.
Da sprang Michael Strogoff aus dem Tarantaß und kam dem Kutscher zu Hilfe. Seiner außergewöhnlichen Körperkraft gelang es, wenn auch nicht ohne Mühe, die Thiere zu bändigen.
Aber die Wuth des Orkanes verdoppelte sich. Die Straße erweiterte sich an der eben erreichten Stelle tonnenartig, so daß sich der Wind hineinpreßte, etwa wie in die Zugrohre, welche man auf dem Verdeck der Dampfer sieht. Gleichzeitig begann eine Lawine von Steinen und Baumstämmen den Abhang herab zu poltern.
„Hier können wir nicht bleiben, sagte Michael Strogoff.