— Wir werden auch gar nicht länger hier sein! rief der Jemschik, während er ganz bestürzt sich mit aller Macht gegen die mit entsetzlicher Wucht einherstürmenden Luftmassen stemmte. Der Sturm war schon sehr nahe daran, uns bergab zu befördern und das auf dem kürzesten Wege.

— Nimm das Handpferd beim Zügel, Memme! antwortete Michael Strogoff; für das linke werde ich stehen!“

Ein neuer heftiger Windstoß unterbrach Michael Strogoff. Der Kutscher und er mußten sich fast bis zur Erde niederbeugen, um nicht umgeweht zu [pg 1-128] werden; aber trotz ihrer eigenen und der Anstrengung der Pferde, die sie jetzt direct gegen den Wind hielten, rollte der Wagen doch eine kleine Strecke zurück, und hätte ihn dann nicht ein querliegender Baumstamm aufgehalten, so wäre er wohl vom Wege abgedrängt worden.

„Fürchte Dich nicht, Nadia! rief Michael Strogoff.

— Ich habe keine Furcht“, erwiderte die junge Liefländerin, ohne daß ihre Stimme irgend eine besondere Erregtheit verrathen hätte.

Einen Augenblick verstummte das Rollen des Donners und der brausende Sturm verlor sich weiter unten in den Tiefen des Hohlweges.

„Willst Du wieder hinunterfahren? fragte der Jemschik.

— Nein, wir müssen hinauf; es gilt nur, diese Wendung des Weges zu überwinden, höher oben kommen wir unter den Schutz der Bergwand.

— Aber die Pferde wollen nicht vorwärts.

— Mach’ es wie ich, ziehe sie!