»Ich bitte Sie, Herr Harbert, haben Sie Mitleid mit den Armen!... Es handelt sich ja nur darum, uns etwas Zeit zu gönnen. Der halbe Winter ist schon vorbei, und er ist auch nicht zu streng gewesen. Im nächsten Erntejahre werden wir uns erholen...
– Wollen Sie jetzt bezahlen oder nicht, Mac Carthy?
– Wir möchten's ja gern, Herr Harbert... so hören Sie doch... ich versichere Ihnen auf mein Ehrenwort, daß es uns unmöglich ist...
– Unmöglich! rief der herzlose Beamte. So verschaffen Sie sich Geld durch den Verkauf....
– Das haben wir gethan, doch was uns davon verblieb, wurde durch die Ueberschwemmung im Frühjahr vernichtet. Für das Mobiliar im Hause bekämen wir ja keine hundert Schillinge!
– So? Und jetzt, wo sie nicht einmal imstande sind, die Feldarbeiten wieder aufzunehmen, rief der Beamte, jetzt denken Sie durch die nächste Ernte alles wieder einzubringen? Halten Sie mich denn für einen Narren, Mac Carthy?
– Nein gewiß nicht, Herr Harbert, da sei Gott vor! Doch aus Mitleid, rauben Sie uns nicht die allerletzte Hoffnung!«
Bewegungslos und stumm unterdrückten Murdock und sein Bruder nur mühsam die innere Empörung, als sie ihren Vater sich vor diesem Menschen so bücken und beugen sahen.
Eben hatte sich die Großmutter in ihrem Lehnstuhle halb aufgerichtet und begann mit ernster Stimme:
»Herr Harbert, ich bin siebenundsiebzig Jahre alt und lebe seit siebenundsiebzig Jahren auf diesem Pachthofe, den mein Vater vor meinem eignen Manne und vor meinem Sohne bewirthschaftete. Bis zum heutigen Tage haben wir unsern Pachtzins noch stets auf Heller und Pfennig gezahlt, und jetzt, wo wir Sie zum ersten Male um einen Aufschub bis zur nächsten Ernte ersuchen, kann ich nimmermehr glauben, daß der Lord Rockingham uns von hier zu vertreiben beabsichtige....