Dann kam ihm aber doch die Erinnerung wieder.
»Ah,... ja,... zwei... Grip und der kleine Junge....
– Die Unglücklichen! rief die Dame. Mein Gold, meinen Schmuck, alles was ich besitze, dem, der sie rettet!«
In das Innere des Hauses zu gelangen, war jetzt ganz unmöglich; schon zischte eine rothe Lohe durch die geborstenen Mauern, der ganze untere Theil brannte, krachte und brach zusammen. Noch wenige Minuten bei dem Wind, unter dem die Flammen wie eine Flagge hinflatterten, und die ganze Lumpenschule war nichts mehr, als eine Feuerhöhle, ein Wirbel von glühenden Dämpfen.
Plötzlich entstand eine Oeffnung im Dache dicht über der Luke. Grip war es gelungen, die Bedeckung zu zerreißen und die Sparren zu durchbrechen, als die Holzwände seiner Kammer schon zu knistern anfingen. Er schwang sich dann durch das Sparrenwerk und zerrte den kleinen halb erstickten Knaben nach sich. Als er dann bis zu dem Theile der Mauer gekrochen war, der die rechte Giebelwand bildete, ließ er sich auf der schrägen Kante hinabgleiten, wobei er den Findling immer in den Armen hielt.
In diesem Augenblick brach eine furchtbare Flammengarbe durch das Dach und schleuderte tausende glühender Funken hoch empor.
»Rettet ihn... rief Grip, rettet den Knaben!«
Damit ließ er das Kind nach der Seite der Straße zu fallen, wo es glücklicher Weise ein Mann auffing, ehe es auf den Erdboden stürzte.
Grip sprang nun ebenfalls herunter und stürzte halb bewußtlos an einem Trümmerhaufen neben der Mauer zusammen.
Da trat die Reisende auf den Mann zu, der den kleinen Knaben noch immer trug, und fragte ihn mit vor Erregung zitternder Stimme: