– Schweig doch!« zischelt ihm die Künstlerin heimlich zu.

Dann fährt sie fort:

»Um mich zu strafen, hatte der Himmel mir ihn genommen, heute giebt er ihn mir wieder!«

Unter diesen von Seufzern unterbrochenen Worten verzehrt sie Sib fast mit ihren Küssen, überschüttet sie ihn fast mit ihren Thränen. Niemals, nein, niemals war der kleine Knabe so stürmisch geherzt und gepreßt worden, nie hatte er sich so mütterlich geliebt gefühlt.

Die Herzogin erhebt sich, als höre sie Geräusch von draußen.

»Sib, ruft sie, Du wirst nicht von mir gehen!

– Gewiß nicht, Miß Anna!

– So schweig doch nur!« ruft sie auf die Gefahr hin, von den Zuschauern gehört zu werden.

Die Thür der Hütte wird hastig aufgestoßen. Zwei Männer erscheinen auf der Schwelle.

Der erste ist der Gemahl der Trauernden, der andre ein Gerichtsdiener, der jenen zur Unterstützung begleitet.