Das war heute sein einziges Nachtgebet und jedenfalls kannte er auch kein andres.

Man stand jetzt im Anfang der kalten Jahreszeit. Die Ernte war eben hereingebracht. Außerhalb des Pachthofes gab es wenig oder nichts zu thun. In diesen rauhen Gegenden findet die Einsaat des Korns, der Gerste und des Hafers nicht mit beginnendem Winter statt, weil dessen Länge und Strenge sie wieder vernichten könnte. Das ist Sache der Erfahrung. Martin Mac Carthy pflegte hier den März und sogar den April abzuwarten, ehe er mit der sorgfältig gewählten Saat begann. Dabei hatte er sich bisher gut gestanden. Furchen in einem Boden zu ziehen, der bis auf mehrere Fuß Tiefe friert, das wäre eine ebenso harte wie unnütze Arbeit gewesen; da hätte er die Samenkörner auch auf einen sandigen Strand oder auf die Felsen der Küste verstreuen können.

Immerhin fehlte es im Pachthofe nicht an Arbeit. Galt es doch die Vorräthe an Gerste und Hafer auszudreschen und an Geräthen auszubessern, was schadhaft geworden war. Der Findling konnte sich schon am folgenden Tage von der hier herrschenden Geschäftigkeit überzeugen und versuchte auch vom frühen Morgen an selbst sich nützlich zu machen. So begab er sich nach den Viehställen. Jetzt nahe am Ende des sechsten Lebensjahres, mußte er doch wenigstens im Stande sein, Gänse oder Kühe, ja auch Schafe zu hüten, wenn er einen guten Hund zur Seite hatte.

Beim Frühstück und vor einer Tasse warmer Milch sitzend, bot er sich zu einer solchen Dienstleistung an.

»Schön, mein Junge, antwortete Martin, Du willst arbeiten. Recht so. Man muß sich sein Brod verdienen....

– Und ich werd' es mir verdienen, Herr Martin, versicherte er.

– Er ist ja noch gar so jung, bemerkte die Großmutter.

– Das thut nichts, Madame....

– Ei was, nenne mich Großmutter!

– Nun gut... das thut nichts, Großmutter. Ich will so gern arbeiten....