Wirklich war es nur das Herz, das dem armen Kleinen überlief.

»Nun, heute mag's gut sein, erklärte Martin, doch gar nicht zürnenden Tones, ich sage Dir aber, mein Junge, daß es hier verboten ist, zu weinen.

– Ich werd' es auch nicht mehr thun!« versicherte er, in die ausgestreckten Arme der Großmutter hinübergleitend.

Martin und Martine bedurften der Ruhe. Auf der Farm legte man sich im allgemeinen zeitig nieder und stand sehr früh des Morgens auf.

»Wo werden wir das Kind denn unterbringen? fragte der Farmer.

– In meiner Stube, meldete sich Sim; ich trete ihm, wie einem kleinen Bruder, die Hälfte meines Bettes ab.

– Nein, Kinder, erklärte die Großmutter. Laßt ihn bei mir schlafen, er wird mich nicht belästigen. Da kann ich ihn schlummern sehen, und das wird mir eine Freude sein.«

Ein Wunsch der Großmutter fand nie auch nur einen Schatten von Widerspruch. Neben deren Bett wurde also, wie sie es verlangt hatte, eine Lagerstatt hergerichtet und der kleine Knabe sogleich hineingelegt.

Weißes Bettzeug und eine gute Decke hatte er schon kennen gelernt in den wenigen Wochen, wo er im Royal-George-Hôtel im Zimmer der Miß Anna Walston wohnte. Die Zärtlichkeiten der Schauspielerin wogen aber die dieser achtbaren Familie nicht auf. Gewiß bemerkte er darin schon einigen Unterschied, vorzüglich als ihm die Großmutter beim Niederlegen einen herzlichen Kuß gab.

»Ach, ich danke... ich danke!« murmelte er.