– Na, er braucht keinen andern, meinte Martin; wir rufen ihn ebenso, wie er bis jetzt gerufen wurde.
– Wenn er aber einmal groß wird?... warf Sim ein.
– So bleibt er nach wie vor der Findling!« erklärte die Großmutter, die ihn mit einem herzhaften Kusse taufte.
Das war also der Empfang, den unser Held beim Eintreffen auf dem Pachthofe fand. Man nahm ihm die Lumpen ab, die er für die Rolle des Sib angelegt bekommen hatte. Dafür erhielt er die letzten Kleidungsstücke Sims, die dieser, als er im gleichen Alter war, getragen hatte und die zwar nicht neu, aber doch reinlich und warm waren. Seine Wollenjacke ließ man ihm, da er auf diese, obgleich sie allmählich zu eng wurde, viel zu halten schien.
Dann aß er, auf hohem Stuhle sitzend, mit der Familie und fragte sich, ob das alles nicht auch bald verschwinden würde. Doch nein, die Hafersuppe, die in reichlich vollem Teller vor ihm stand, verschwand nicht, auch nicht das Stück Speck mit Kohl, wovon er ein gutes Theil erhielt, ebensowenig der Eierkuchen, der unter allen redlich vertheilt wurde und den man hier mit einem Schluck ausgezeichneten »Potheens« begoß, welchen der Farmer aus der eignen Gerste durch Gährung herstellte.
Das war ein Schmaus, zumal da das Knäblein nur fröhliche Gesichter sah, außer vielleicht an dem ältesten Bruder, der immer ernst, ja fast etwas traurig erschien. Da wurden ihm die Augen feucht und Thränen glitten seinen Wangen hinab.
»Was fehlt Dir, Findling? fragte Kitty.
– Ei, warum denn weinen! setzte die Großmutter hinzu. Hier werden Dir alle gut sein!
– Und ich besorge Dir auch Spielzeug, versprach Sim.
– Ich weine ja nicht, antwortete er. Das sind keine Thränen!«