– Also, Bob, muß auch ein Strom dort sein!«

Von den Masten sah man zunächst freilich nur die über die Häuser am Quai hinausragenden Spitzen. Deshalb suchten sie sich also eine nach der Liffey hinabführende Straße, wobei ihnen Birk, mit der Nase an der Erde schnüffelnd, als hätte er eine Spur gewittert, lustig vorauslief.

Ihm schnell folgend, schenkten sie der Christ-Church-Kathedrale nur einen flüchtigen Blick. Diese liegt aber von der ersten Kathedrale nur durch die Länge der Saint-Patrick-Street getrennt – ein Beweis für die weiten Umwege, die die Knaben gemacht hatten. Letztere ist übrigens eine recht bemerkenswerthe Kirche, erbaut im 13. Jahrhundert in Form eines lateinischen Kreuzes, mit Nebenthurm und spitzen Dachreitern u. s. w. Doch sie näher zu betrachten, dazu fand sich wohl immer noch einmal Zeit.

Endlich erreichten Findling und Bob das rechte Ufer der Liffey.

»O, wie schön das ist, rief der eine.

– Etwas so Schönes haben wir noch nie gesehen!« meinte der andre.

In Limerick wie in Cork, am Shannon wie an der Lee würde man freilich das herrliche Bild granitner Quais, die mit prächtigen Gebäuden besetzt sind, vergeblich suchen – zur Rechten die von Ushers-Aleschants, von Word und von Essex, zur Linken die von Ellis, Avan, von Kings-Inn und andre.

Hier gingen die Seeschiffe indeß nicht vor Anker. Ihr Mastenwald erhob sich weiter stromabwärts in einem tiefen Einschnitt des linken Ufers der Liffey.

»Das sind dort jedenfalls die Docks? sagte Findling.

– Ei, komm, dahin gehen wir sofort!« antwortete Bob, dessen Neugier das Wort »Dock« erregte.