Am genannten Tage trollte Birk, entgegen seiner Gewohnheit, schon des Nachmittags in der Nähe der Wirthschaftsgebäude einher. Der Zufall – der unglückliche Zufall wollte es, daß einer der Hunde des Grafen Ashton, ein bissiger Wachtelhund, auf der Landstraße umherlief.

Sobald sie sich witterten, gaben die beiden Thiere durch dumpfes Knurren ihrer gegenseitigen feindlichen Stimmung Ausdruck. Schon ihrer Rasse wegen hätten sie sich schwerlich vertragen. Der Lords-Hund konnte für den Bauern-Hund nur tiefe Verachtung hegen, seine bissige Natur veranlaßte ihn aber zum Angriffe vorzugehen. Sobald er den ruhig am Waldessaume stehenden Birk erblickte, lief er, die Zähne fletschend, auf diesen zu.

Birk ließ ihn auf halbe Leibeslänge herankommen und behielt ihn scharf im Auge, um nicht überrascht zu werden, während er sich mit eingezogenem Schwanze selbst sprungfertig hielt.

Plötzlich, nach kurzem, wüthendem Gebell, stürzte sich der Wachtelhund auf Birk und biß ihn in die Seite. Was nun kommen mußte, kam. Mit einem Satze war Birk dem Feinde an der Kehle, die er ihm aufriß.

Das ging nicht ohne ein schreckliches Geheul ab. Die beiden andern, noch im Hofe befindlichen Hunde, schlugen ebenfalls an. Das machte Aufsehen, und sogleich kam der Graf Ashton mit dem Verwalter herzugelaufen.

Kaum aus dem Gitterthore, bemerkte er den Wachtelhund, der unter den Zähnen Birks röchelte.

Da schrie er laut auf, wagte aber, aus Angst, dasselbe Los zu theilen, nicht, seinem Hunde zu Hilfe zu kommen. Sobald Birk den jungen Mann bemerkte, machte er dem Wachtelhunde mit noch einem Bisse vollends den Garaus und ging dann, ohne sich zu beeilen, in den Wald hinter das Unterholz zurück.

Jetzt trat der junge Piborne mit Scarlett näher heran, und als sie auf dem Kampfplatze waren, fanden sie nur noch einen Cadaver.

»Scarlett!... Scarlett! rief der junge Graf. Mein Hund ist erwürgt!... Er hat ihn erwürgt... jene Bestie!... Wo ist er denn?... Kommen Sie... den finden wir wieder. Ich werde ihn tödten!«

Der Verwalter spürte sehr wenig Lust, die Verfolgung des Wachtelhundmörders aufzunehmen. Er hatte übrigens keine Mühe, den jungen Piborne etwa zurückzuhalten, denn dieser fürchtete sich ebenso vor einem Wiederauftauchen des schrecklichen Birk.