Mit dem General war auch die Gräfin Wollheim und die Wittwe des Generals E—x angekommen.... Graf Wollheim hatte sich von diesen Personen noch in der Wohnung des Generals Randow getrennt, unaufschiebbare Geschäfte vorschützend, welche von der Art waren, die wir schon kennen. — In der That war der Graf auch nur deßwegen in das Randow’sche Haus gekommen, weil er gehofft hatte — seines Sehnens Ziel endlich zu erreichen, nämlich den Freund Edmund, welchen er bereits seit 6 ewiglangen Wochen nicht zu Gesicht, d. h. nicht vor das Glas bekommen; ein Umstand, wegen dessen der alte Bär zu verschiedenen Malen die bittersten Zähren vergossen. —

General Randow unterhielt sich später mit seiner Tochter; hierüber schienen einige von den Anwesenden äußerst ungehalten, indem, ihrer Meinung nach, dies sehr wenig Artigkeit gegen die übrigen Gäste bewies, von denen fünf oder sechs, die so eben eingetreten waren, vorgestellt zu werden wünschten.

„Finden Sie nicht,“ lispelte eine alte Dame einer jungen zu: „daß in diesem neuen Hause auch ein ganz neuer Ton herrscht?..“

„Gewiß, meine Freundin — ein sehr neuer; er ist äußerst interessant, und ich muß mir in meinem Tagebuche eine eigene Notiz machen. — Erlauben Sie es wohl?“ Hiermit nahm die Jüngere ein dünnes Maroquinbändchen heraus und fing an zu schreiben...

„Ach, Sie tragen Ihr Tagebuch bei sich, meine Beste?“

„Immer. Sie wissen doch, mein Gedächtniß zwingt mich zu dieser Vorsichtsmaßregel! O ich habe ein schrecklich schwaches Gedächtniß...“

„Ich weiß, ich weiß...“

„Apropos — Sie erinnern sich wohl noch jenes hübschen jungen Mannes, der vor beiläufig einem halben Jahre hier anwesend war... ich meine den Herrn von Ingelstein, **schen Gesandtschafts-Sekretär?“

„Ganz recht, ganz recht!... O wie sollt’ ich nicht? — Nun, was ist mit ihm geschehen?“