Alexander fiel ohnmächtig gegen die marmorne Balustrade des Balkons und schlug sich daran die Stirne blutig.
Er erwachte erst nach einer Stunde. —
Vierzehntes Kapitel.
Die Morgenszene nach dem vorigen Tage.
„Ach, mein lieber Alexander, wie köstlich haben wir uns gestern unterhalten. Es herrschte die allgemeinste Fröhlichkeit. — Alles war vergnügt: man wird sich gewiß dieses Tages noch lange erinnern, und das gereicht uns zu großer Ehre. — Man hat nun den Maßstab in Händen, nach welchem man für die Zukunft unser Haus beurtheilen wird.... Wie bin ich erfreut, daß dieser Maßstab kein gewöhnlicher ist.“
So, mit diesen Worten begrüßte Cölestine den folgenden Morgen ihren Gatten, als dieser, wie es seine Gewohnheit war, in ihr Boudoir trat, um ihr hier galanterweise einen Guten Morgen zu wünschen. — Alexander schien sehr heiter — fast so wie seine Frau; er küßte mit dem Ausdruck inniger Zärtlichkeit ihre Hand und nahm neben ihr auf einem Tabouret, welches etwas tiefer als ihr Sessel stand, Platz.
„Allein,“ fuhr sie fort, indem sie sich mit jenen tausend Quincaillerien, die eine vornehme Dame in einem Boudoir vor sich liegen hat, zu schaffen machte: „allein,“ sagte sie: „wie kommt es, daß wir seit dem gestrigen Tage bis zu dieser Stunde für einander fast gar nicht existirt haben, mein Freund? Ich erfuhr weder, zu welcher Stunde Du schlafen gingst, noch wann Du aufstandest....“
„— Noch,“ setzte lachend der Graf hinzu: „was mit mir gestern während des Festes geschah, nicht wahr, mein liebes Kind?“
„Ja, ja — ganz recht. Jetzt erinnere ich mich, daß ich Dich in der That gestern während der Dauer der Unterhaltung auch nicht mit einem Auge sah —“