Vorsichtig trat er an die Thür des Boudoirs — und versuchte durch’s Schlüsselloch zu blicken — — aber in demselben Augenblick wurde im Innern das Licht ausgelöscht. — Er hatte jedoch mit dem letzten Blick noch die Umrisse einer hohen eleganten Mannesgestalt, in einen langen Oberrock gehüllt, erhascht. Das war hinreichend, hätte er übrigens auch die letzten Worte, welche Jener mit gedämpfter Stimme sprach, nicht gehört. Diese Worte lauteten: „Niemals, niemals werde ich dieser Stunde vergessen, und was Du, Geliebte, in ihr für mich gewagt!“ —

Mehr konnte er nicht verstehen — die Beiden hatten sich bereits in einem der nächsten Gemächer verloren. —

Alexander vermuthete, daß Cölestine ihren Geliebten zuerst unten im Garten abgeholt und sodann durch eine Reihe von Zimmern, also auf Umwegen, hierher geführt habe. — Seiner Berechnung nach, mochten hierüber bis zum gegenwärtigen Augenblick eine und eine halbe Stunde verflossen sein, denn es war jetzt ein Viertel auf vier Uhr.

Er hatte von seiner Waffe keinen Gebrauch machen können und trat nun den Rückweg nach seinem Arbeitszimmer an — dumpf im Hirn, todt in der Brust.

Ende des ersten Theiles.

Fußnoten:

[A] Befehlen.

[B] Man verzeihe es uns, wenn wir nicht im Stande sind, die klassische Mundart der Dame in ursprünglicher Form wiederzugeben.

[C] Man kennt diese und andere sinnreiche Werkzeuge, welche jene zwei Tyrannen des Alterthums zum Verderben ihrer Opfer erfanden.