„Ist er Ihnen schon einmal irgendwo vorgestellt worden, meine Beste?“
„Das nicht, kleine Freundin; jedoch habe ich ihn zeitweise bei der Baronin von G—r getroffen, wo er sehr beliebt ist.“
„Es scheint mir unbegreiflich, daß dieser Mann beliebt sein könnte.“
„Warum nicht, liebste Beste! Sie thun ihm wahrhaftig Unrecht....“
„Ach — wovon reden Sie da, meine schönen Damen?“
„Guten Abend, theure Freundin.... Sie sehen, wir reden von ihm....“
Und wer ist dieser Er und Ihm, und: dieser Mann? Wer sonst, als Graf Alexander, der junge Ehemann, der so glücklich ist, von heute an für zwölf volle Tage Stoff zu liefern für die Conversation der schönen Welt.
Aber entgeht vielleicht Cölestine ihrem Schicksal? O, ein solcher Fall ist noch nicht da gewesen.
In einigen Gruppen, gebildet aus jungen Leuten und auch älteren Gesellen, ist ein solches Flüstern und Lachen und Deuten (natürlich bloß mit den Augen) zu bemerken, daß es die Umstehenden genieren müßte, wären diese an dergleichen nicht gewöhnt. Man spricht nämlich in diesen Gruppen von der schönen jungen Frau, ohne jedoch hierbei außer Acht zu lassen, nebenbei auch über ihren Mann ein Wörtchen hineinzumengen. In dieser Beziehung sind die Klatschereien der Herren noch weit abscheulicher als jene der Damen, da hier in der Regel ihr eigenes Geschlecht viel günstiger beurtheilt wird. Wir haben in jener Damen-Unterhaltung, der wir vorhin beiwohnten, nur immer über den Gemahl, über Alexander reden gehört — — aber glaube Niemand, daß er jetzt in der Herren-Unterhaltung, die wir sogleich besprechen wollen, bloß den Namen Cölestinens zu hören bekommt; im Gegentheil wird jener ihres Mannes tausend Mal genannt werden, und zwar nicht nur sein Name, sondern auch sein Kopf, sein Hals, seine Brust, sein Arm, sein Bein, sein Rock, sein Taschentuch.