„Das heißt, mein Herr, es läßt sich noch nicht ganz genau berechnen....“

„Wohl; hier habt Ihr zwölf Gulden! — — und nun ein Glas Limonade. Ihr bringt sie jedoch zu diesem Tische, hier nebenan.“

Der Gekränkte setzte sich wirklich an einen andern Tisch, jedoch hatte er auch von hier die Aussicht auf den Kohlmarkt. Er saß ganz allein — denn die ihm früher während seines Kampfes mit den Aufwärtern umgebende Menge hatte sich, bis auf einige junge Herren, die ihn aus einer gewissen Entfernung durch Lorgnets besahen, verloren. — Diese für ihn höchst wahrscheinlich jetzt sehr erwünschte Einsamkeit — fing der gute Dicke nun damit an zu benutzen, daß er sein Wesen und seinen Anzug, die ein bischen derangirt worden waren, in die vorige Ordnung zu bringen versuchte,.... er zog seine Cravatte straffer an — besah seine Sporren — wischte den Schweiß von der Stirne — und als die Limonade ankam, trank er sie auf einen Zug aus. Bei allen diesen Verrichtungen jedoch unterließ er nicht, sein Auge immerwährend nach der Straße hinaus zu richten.... Allein da konnte er lange schauen! es war Alles vergebens.

Jetzt trat Edmund näher heran, setzte sich auf einen Stuhl neben ihn und sprach: „Althing, ich will Dir’s nur sagen! Wenn Du nach jenem Mädchen lugst, der Du vorhin nachspringen wolltest — die ging bereits während Deiner Fehde mit den Aufwärtern zurück....“

Dieses Wort war im Stande, den Seladon Alles Geschehene vergessen zu machen: „Ist das wahr?“ rief er eifrig: „Du sprichst von jener hübschen, niedlichen Grisette?“

„Von jener niedlichen Grisette, ja, ja! — Sie hat, dünkt mich, sogar Deine Rauferei hier vor dem Fenster mit angesehen...“

„Ist das möglich! Und was that sie dabei? — Sie war gewiß im äußersten Grade entrüstet?“

„Nein, denn sie lachte wie toll und rief noch mehrere von ihren Freundinnen herbei, die eben vorbeigingen....“