Bei der Nennung des Letztern entstand plötzlich eine athemlose Stille und alle Blicke richteten sich nach der Thür, durch welche jetzt die beiden jungen Männer eintraten. Jenes Gemurmel blieb nicht aus, welches bei solchen Gelegenheiten sich zu verbreiten pflegt — und welches für die angekommene Person, falls sie nicht Routine genug hat, eben so angenehm ist, wie das Gesumme eines heranziehenden Bienenschwarms für einen armen Teufel ohne Maske...
Edmund stellte Cölestinen seinen Freund vor und dieser wurde von ihr mit jener liebenswürdigen Freundlichkeit aufgenommen, an welcher sie alle Welt theilnehmen ließ. Der Chevalier verweilte nicht lange in ihrer Nähe — er ließ sich sofort auch mit dem Grafen bekannt machen. Hier fand er die Behandlung, wie sie unter Männern von gutem Ton üblich ist; und es schien, als trachtete er auch nicht nach mehr; denn auch ihn verließ er alsbald, um sich mit Edmund nach einem Winkel zurückzuziehen, wo einige Herren sich mit politischen Discussionen unterhielten. Marsan stellte sich inmitten dieser Gruppen — er achtete auf nichts weiter — ihn schien nichts mehr in diesem Salon zu interessiren. —
„Nun — haben Sie ihn gesehen? Was sagen Sie von ihm?“ begannen zwei Damen auf einer Ottomane mit Lorgnetts in der Hand, welche sie immer dahin richteten, wohin sie nicht sahen....
Sie kennen doch die Taktik der Lorgnetten, meine Leserinnen? Man schielt darunter oder daneben weg — und Niemand weiß, wohin Sie blicken. —
„Ach, theure Freundin,“ antwortete die Andere: „Was ich von ihm sage? — Er ist einer der schönsten Männer, die mir im Leben vorgekommen.“
„Mich dünkt, er hält sich nicht ganz gerade.... Ich glaube, sein Wuchs würde die strengere Kritik nicht befriedigen...“
„Im Gegentheil! Eben sein Wuchs ist unvergleichlich!“
„Und auch sein Mienenspiel! Es ist zu lebhaft!“