Der fremde Herr nun war noch bis zur Stunde mit Edmund in diesem Zimmer eingeschlossen. Man urtheile also, von welcher Wichtigkeit diese Conferenz sein mußte — da nicht einmal der pathologische Vorfall mit Althing im Stande war, Edmund aus dem Zimmer zu locken.

Der fremde Herr, von welchem die Rede ist, war ein merkwürdiger Kauz. Seine Figur rangirte ihn zur Hälfte unter die Affen, zur andern Hälfte unter die Menschen. Seine Physiognomie läßt sich am besten mit der jenes Meisters Jocko vergleichen, der in Van Akens Menagerie so große Sprünge machte. Aber unter dieser Physiognomie saß der Verstand eines Archimedes. Mit einem Worte, unser Mann war in der Mathematik ein wahres Phänomen; denn er konnte Euch auf’s Haar beweisen — daß Ihr, falls Ihr ihm für 1000 Thlr. 3000 verschreibt, mindestens 500 dabei gewinnen müsset.

Ich glaube für einige meiner geliebten Leser deutlich genug gesprochen zu haben.

Was den Anzug des Biedermannes betraf, so bestand dieser aus folgenden Stücken:

Ein graues Beinkleid aus dem Zeitalter der Maria Theresia mit einem braunen Fleck am Hintertheil, welcher (nämlich der Fleck) aus der Zeit Josephs stammte — einem blauen Fleck auf dem rechten Knie, der unter Leopold geboren war und einem hellgrünen Besatz vorne auf dem Bauche; dieser Besatz entstand während der ersten französischen Invasion.

Ferner ein Rock — zweien Dritteln nach einen Frack und einem Drittel nach einen Spenzer bildend — von einer unzuenträthselnden Farbe. Dieser Rock war zu allererst ein Mantel gewesen — aus welchem man später ein Wams — dann einen Ueberrock — dann eine altfränkische Schößen-Weste — und endlich das gegenwärtige Mittelding zwischen Frack und Bonjour gedrechselt hatte. — Der älteste Ursprung dieses Kleidungsstückes verliert sich in die Zeiten Gustav Adolphs.

Ferner die Weste. Ihr Ursprung war nicht anzugeben. Sie schien indeß schon bei dem heidnischen Götzendienst der alten Germanen als Priestergewand funktionirt zu haben.... Statt der Knöpfe waren an dieser Weste natürliche Eicheln angenäht.... Zur Schonung jedoch knöpfte ihr Eigenthümer seine Weste niemals zu.

Vom Hemde war bei ihm keine zuverläßliche Spur.

Das Halstuch mochte wohl schon einmal bei einer Leiche als Trauerflor geglänzt haben.

Die Stiefeln des Mannes waren veritable Wunderstiefeln, unzugänglich dem Wasser sowohl wie dem Feuer. — Hier saß ein Fleck auf zehn andern... Man konnte sagen: vor lauter Flecken sah man den Stiefel nicht.