„Ich, ich — Dein unglückliches Weib, bin es! Cölestine, die elendeste der Frauen, kniet hier vor Dir — sinkt an Deinem Lager nieder, wo sie gerne sterben und mit ihrem Tode es bezeugen möchte — wie sehr Du sie verkannt....“
Mehr vermochte sie, ungeachtet aller Anstrengung, nicht zu sprechen; — ihre Lippe schien erlahmt, ihre Zunge dürr wie getrocknetes Laub.....
Er sah sie von seinem Lager mit seinen glühend düstern Augen, welche in ihren tiefen Höhlen unbeweglich starrten, an — er sah sie lange, lange, stumm und regungslos an — nach und nach nahm seine leidenvolle Miene den Ausdruck des Staunens — der Verwunderung an — — ein kaum merkliches und auch sehr trauriges Lächeln zog sich um seinen Mund, aus welchem mit tiefem und leisem Tone die Worte kamen:
„Sie sind es? — Aber was wollen Sie hier?“
Er betonte das Wort „Sie“....
„Oh, mein Gatte!“ dieser Ruf rang sich unter Schluchzen und schwerem Athmen aus ihrer Brust endlich los.... „Oh, mein Gatte!“ wiederholte sie, indem sie zitternd die Hände emporstreckte. — —
Jetzt richtete er sich auf — und verließ rasch sein Lager — trat bis zur Mitte des Gemaches und sagte hier halbabgewendet — dumpf:
„Verlassen Sie mich — Gräfin!“
Sodann ging er zu einem Lehnstuhle und ließ sich hier nieder —
„Oh, mein Gott! Mein Schöpfer!“ rief Cölestine mit herzzerreißender Stimme... rang die Hände — und bedeckte mit ihnen ihr von Thränen überfluthendes Gesicht, dessen Muskeln sich convulsivisch zu jenem entsetzlichen Schmerzensausdrucke bewegten — welcher mit dem Lachen so viele Aehnlichkeit hat und den höchsten Grad innerer Leiden andeutet....