Cölestine,
oder
der eheliche Verdacht.
Erstes Kapitel.
Edmund und einer seiner besten Freunde.
Seit dem beim Schlusse des vorhergehenden Bandes erzählten Vorfall sind zwei Tage vergangen. —
Es ist jetzt nahe vor Tagesanbruch und wir haben das uns bereits bekannte Logis Edmunds von Randow vor unsern Augen. Wir wissen, dasselbe befand sich im väterlichen Hause und nahm hier einen ziemlich ausgedehnten Raum ein. Wo wir uns jetzt befinden, dies ist das Schlafzimmer des jungen Mannes — wir müssen gestehen, daß sich hier seit der Zeit unseres früheren Besuches so Manches, und zwar nicht zum Vortheile, verändert hat, was, wenn es eine Folgerung auf den Bewohner gestattet, diesen in ein sehr trauriges Licht stellen wird.
Mitten im Gemache steht ein Bett, über welchem sich aus Seidenzeug ein drapirtes Zelt erhebt — aber einige dieser Draperien sind hart beschädigt — einige, wie es scheint, erst gestern oder heute mitten entzwei gerissen worden.... Das Bett ist nicht einmal aufgedeckt und doch liegt eine Person darauf, von der wir später reden werden. — Rings herum erblickt man umgestürzte Meubel, zerbrochenes Geschirre — hingeschleuderte Kleidungsstücke; — ferner sind die Fenster angelweit offen, wiewohl es draußen stürmt (wir befinden uns im Anfange des Winters,) und selbst die Thür ist nicht fest verschlossen, sondern wird vom Zugwind hin- und herbewegt.... Kurz in diesem Zimmer deutet Alles darauf, daß hier nur ein Trunkener schlafen und ein Liederlicher wohnen kann. —