»Zweiundzwanzigtausend!« hieß es.

»Dreiundzwanzigtausend!« rief Frau Bradl wieder.

Muck stand zitternd da. Er war nur noch Haut und Knochen, kaum zu erkennen, so alt und grau hatte ihn sein Gut gemacht. Nun aber sollte es in fremde Hände gehen! Nie und nimmer! Lieber geb' ich das Geschäft her, diese Goldgrube! Was mir noch fehlt, werden mir meine Freunde leihen. Nicht umsonst sind sie hergekommen. Gott wird ja auch helfen, er muß! Und schließlich bin ich auch noch da! dachte er und rief:

»Vierundzwanzigtausend!« als das Bild des Onkels schmetternd zu Boden fiel und in tausend Stücke brach. Zugleich ertönte es aus allen Kehlen, daß es klang wie ein Ausruf der Enttäuschung aus dem Mund des Toten:

»Er will es wieder haben!«

Doch bekam er es nicht wieder. Frau Bradl wußte es zu erschwingen. Aber hatte er nicht immer gesagt, sie habe es auf das Gut abgesehen?

Vernichtet stand er da und wie tot vor Schmerz. Er glaubte, nun sei alles aus. Doch irrte er sich. Denn nun fing das Glück für ihn erst an. Auf dem gutmütigen Gesicht der Frau Bradl stand es verkündigt. Vor Mitleid weinend begann sie, als sie mit ihm allein blieb:

»Ja, ja, Herr von Muck, so geht's, wenn man einen Schatz fahren läßt. Da bin ich ganz anders,« meinte sie resolut. »Wenn ich einen Schatz finde auf meinem Grund und Boden, so behalt' ich ihn!«

Er sah sie mit offenem Munde an, sie aber lachte und rief:

»Mit Ihnen muß man deutlicher reden!« und umarmte und küßte ihn. Drei Wochen drauf war Hochzeit.