Die Friedlein dagegen, die blonde Mai – eben huschte sie wieder in seiner Nähe vorbei – schön war sie, und mehr als einmal hatte er sich schon in sie verliebt. Aber entschließen konnte er sich nicht – ihre Toiletten kosteten sichtlich recht viel Geld und – sie war ihm eigentlich zu schön. –
Christiane traf Professor Diermann auf dem Korridor. Sein Hut glitt lässig vom Kopfe, seine Augen blickten sie gehässig an – sie hielt ihn fest und sprach mit ihm.
Er verbarg seine Aufregung – er hatte nichts verstanden! Diese dunkle Stimme war so schwer zu vernehmen. Er hatte auf ihre Lippen geguckt, aber es war ihm keine Klarheit geworden.
Nun ging er zu seinen Schülerinnen. Für heute hätte ich eigentlich schon genug, dachte er.
Es war sehr heiß. Die Sonne brannte sommertagswarm über den Oktoberfeldern. Er fühlte sich sehr schlecht. Als er in den Physiksaal trat, empfand er wieder: ich kann heute nicht. Er winkte dem jungen Mädchen ab, das ihm bei den Apparaten behilflich sein wollte, und stellte sich ans offene Fenster. Hier war Schattenseite. Aus dem Garten stieg ein herbstlicher Würzduft herauf. Ah – was war das nur, das ihm die Lungen so zusammenschnürte – was war das – –?
Hinter ihm hatten die Mädchen sacht zu zischeln begonnen, jetzt schwatzten sie ungeniert. Sie redeten über seinen Kopf weg – er verstand ja doch nichts!
Er hörte auch nichts. Der Schweiß kroch auf seine Stirn – was war denn das – – –
Er bog sich vor, um noch mehr von der frischen Luft zu spüren, aber von draußen aus dem blauen Tag schien eine sonderbare Dunkelheit zu ihm zu kommen – was – was – – ah – jetzt war es wieder weg!
Er wandte sich – da sah er das Fräulein Doktor mitten im Saal. Sie redete mit den jungen Mädchen.
»Ich hatte Sie eigentlich sprechen wollen, Herr Professor,« sagte sie nun, auf ihn zutretend, »Sie wissen –«