Nein, er wußte nichts. Er hatte ja nichts verstanden. Der Ärger durchlohte ihn.

»Sie scheinen krank, Herr Professor,« sagte sie nun, »ich bin gern bereit, Sie zu vertreten – –«

Er starrte sie an – ihm schien Klarheit zu kommen.

Er sah auch die betroffenen Gesichter der Mädchen.

»Nein, nein, danke,« murmelte er, »sehr liebenswürdig – mir ist wohl. Ganz wohl.«

Er fuhr sich mit der Hand über die Stirn, sein Herz raste. Jäh huschte sein Blick zum Fenster.

»Mir ist ganz wohl.«

Krank sein kann man wohl, wenn man jung ist. Wenn nichts in Gefahr ist. Aber jetzt – jetzt – zwei Jahre mußte es noch gehen – die letzte Gehaltszulage mußte er noch haben! Zwei Jahre noch!

In seinen Augen stand die Angst. Seine Hände zitterten, als er nach den Apparaten griff. Er hatte keine Ahnung, was heute eigentlich durchgenommen werden sollte ... jetzt winkte er Betty von Kramer und befragte sie leise – nun wußte er's.

Er griff nach dem Reagenzglase, das ihm Betty reichte. Ganz deutlich sah er eine bräunliche Lösung darin und wollte es nehmen, aber dicht vor seinen Fingern fiel es zu Boden und zerschellte.