Fräulein Haberkorn mußte die Luft dieses vergnügten Kränzchens erst eine Weile einatmen, um eingewöhnt zu werden; sie hatte auch noch nicht genug Kaffee getrunken. Vom Likör gar nicht zu reden.
Fräulein Mehlmann erzählte eifrig mit lauter Stimme von ihren letzten Einmachetagen. Sie hatte sich mit Tomaten beschäftigt. Es war das erste Mal.
Im nächsten Jahr wollte sie sich einen Einkochapparat anschaffen, dann konnte sie noch mehr fertig bringen!
Endlich merkte sie, durch das Schweigen der anderen aufmerksam gemacht, daß Fräulein Haberkorn von Meckebiers erzählen wollte.
»Frau Geheimrat war sehr liebenswürdig,« begann sie nun, ihren Kuchen in den Kaffee tunkend, »die kleine Lydia ist aber auch so begabt. Ich habe heute gesagt, sie brauchte eigentlich gar keine Privatstunde, da meinte die Frau Geheimrat, ›ja, das ist wohl möglich. Aber wir, mein Mann und ich, ziehen es doch vor, eine so bewährte Lehrkraft noch weiter um unser Kind zu haben.‹ Das war doch nett, nicht wahr?«
»Sehr nett,« bestätigten alle ringsum.
Fräulein Haberkorn tunkte den Kuchen wieder ein. Jetzt sah sie auf. Ihre Blicke flogen funkelnd über alle. Frau Dorreyter war hinausgegangen.
»Ja, und was ich noch weiß,« sagte sie.
»Was wissen Sie?!«
Alle waren hochgespannt.