»Nein,« sprach die Haberkorn triumphierend, »das wird die nicht. Man hat mit vielen Opfern einen Oberlehrer gewonnen. Einen Mann!«
Sie sagte das so stolz, als ob sie selber einer sei.
»Wer denn? Wer denn? Ist er hier bekannt?« Die Fragen wirbelten ringsum.
Die Haberkorn zuckte die Achseln.
»Das weiß ich nicht. Auch den Namen weiß ich nicht. Aber wir werden ja sehen.« Sie merkte, daß Frau Dorreyter wieder eintrat.
Die anderen schwiegen.
Sie tranken ihre Likörchen aus. Dann ging das Kränzchen unter vielen begeisterten, immer wiederholten Danksagungen auseinander. Gruppenweise, wie sie grade zueinander stimmten, wanderten die Damen ab. Mai begleitete ihre Familie zum Bahnhof. Sie ging dann durch die Nebenstraßen zurück, um dem Assessor nicht etwa noch einmal zu begegnen. Ihre Rose, die sie hatte nehmen müssen, schenkte sie der Wehrendorf.
Die ging mit zwei roten Blumen und einem kleinen, zart klingenden Traum im Herzen in das Zimmer der Jong. Die Lehrerin hatte schon Adas Betten, die tagsüber in einer Lade verwahrt wurden, auf das Sofa geworfen und räumte bereits das darüberhängende, zu stark belastete Bücherbrett ab.
Ada half ihr eilig und legte die Bücher beiseite.
Es waren ein paar alte Lexika, ein Dictionnaire, ein paar Reclamheftchen und ein Band Fulda: ›Die Hochzeitsreise nach Rom‹.