Dann ging Ada schlafen.
* * *
Frau von Cöldt saß in ihrem bequemen Liegestuhl am Fenster ihres Zimmers. Eine sacht behagliche Stimmung erfüllte sie, ohne daß sie ganz genau darum wußte. Der Haushalt war in den Händen des Fräuleins gut aufgehoben, auch Hanni war unter Aufsicht.
Frau von Cöldt überdachte die gestrige Vereinssitzung bei Frau Colb und wühlte wichtig in ein paar Drucksachen, die eben gekommen waren – Vereinsangelegenheiten. O, sehr interessant! Ob man die Wöchnerinnenpflege noch weiter ausdehnte?
Sie sann lange darüber nach.
Dann fiel ihr Ludwig ein. Er war heute schon früh nach dem Walde gegangen. Es war ein Wintertag, dick lag der Schnee draußen, der Himmel war förmlich finster gegen alles Weiß.
Merkwürdiges Sonntagsvergnügen, dachte sie. Aber an Wochentagen machte er es oft ebenso. Eine Unruhe war in ihm.
Er war schon eine Weile fort.
Sie dachte ein paar Sekunden darüber nach, dann vertiefte sie sich weiter in ihre Vereinsangelegenheiten. Nur nicht grübeln – mit ihren Nerven war es dann sofort vorbei. Ein Sturz und alles war wieder beim alten. Hardi hatte manchmal das Gefühl, als ob sie auf einer ganz dünnen Eisdecke lebte. Nur sich nicht rühren, sonst brach sie ein.
Aber das Leben auf diesem schwachen, einsamen Fleck gefiel ihr.