»Sie haben einen sehr guten Ehemann,« sagten ihr die Damen, obwohl sie auf ihre eigenen auch nichts kommen ließen, so vertraut waren sie miteinander nicht.
Ja gewiß. Er mußte sich nur mehr Bewegung machen. Reiten oder Brunnen trinken. Sie hatte ihm selber gesagt, er solle sich wieder ein Pferd anschaffen, aber er hatte nicht gewollt.
Da lief er im Walde herum.
Mochte er.
Wieder spürte Frau von Cöldt die ganz dünne Eisdecke, auf der ihr Leben aufgebaut war – sie spürte, daß sie zitterte.
Nur Ruhe –! Sie verkroch sich innerlich. Der Verein – das war ja genug.
Jetzt fing ein starker Schnee draußen an.
Sie ließ ihre Hefte wieder sinken und starrte hinaus, eine ganz sonderbare Stimmung überkam sie, etwas von einer ungeheuren, ratlosen Angst, wie aus Kindermärchen. Als brächte ihr der Schnee draußen ein Verschütten und Vergehen, ein Verschwinden vor Frühlingsanfang. Als fiele dieser Schnee langsam über ihr Leben hin, das doch so wohlgewahrt hinter den Scheiben saß. Wo war sie übers Jahr – –?
O, was war denn das – was war denn das – –?
Sie starrte wieder hinaus.