Der Stadtpark verursachte ihr auch keine angenehmen Erinnerungen.
»Kommen Sie doch, Fräulein Friedlein,« bettelte er.
Sie besann sich rasch. Wenn sie recht spät kam, war das Rodeln beendet, und dann hatte sie noch den Heimweg mit dem Doktor. Sie konnten sich einmal sprechen. Wann war das sonst möglich? Im Reutterschloß war man doch umspäht und beobachtet. Er war doch schließlich – – vielleicht – zu rechnen. Der langweilige Dreher entschloß sich doch nie.
Sie blieb stehen, denn sie war am Stieglitzberg. Eben wollte sie zusagend antworten, in Gegenwart Drehers antworten, und sie wußte, was das für den bedeutet hätte. Denn der haßte das Rodeln, erstens, weil man sich dabei erkälten konnte, und dann, weil es unnötige Anstrengung war.
Da sah sie in Bartelmes Augen.
Mai Friedlein war mit der Zeit klug geworden. Sie hatte ihre Erfahrungen und eine gewisse sehr feine, treffsichere Männerpsychologie.
Lächelnd und sehr unbefangen sagte sie: »Nein, Herr Doktor, es tut mir sehr leid – ich rodle, offengestanden, nicht sehr gern. Sie verzeihen also, wenn ich – fehle.«
Und damit gab sie dem alten Junggesellen, dem Dreher, die Hand. Instinktiv sehr fest. Und er antwortete mit einem Druck, der ein Kompliment war, eine große Anerkennung. Eine Sorge war von ihm genommen.
Sie war doch nicht zu – schön.
Die Herren sprachen nicht viel untereinander, als sie zu Tisch gingen.