Er verzog den Mund.
»Ist denn heute ein Tag für Gespenster? Heute? Heute? Verzeihung, aber – – ja, gewiß – –« Er trat zurück, sein Ton war kühl. »Wenn Sie glauben –«
»Nein, nein, ich will doch lieber nicht.« Sie hatte sich besonnen. Heut war ein Frühlingstag gewesen, und für alle Jugend hier im Saal würde es doch Frühling bleiben, trotz allem, was etwa gesagt wurde. Darin läßt keine Seele sich etwas aufreden.
»Nein, ich will nicht,« sagte sie.
In seinen Augen flimmerte es noch immer.
»Der Abend sollte ein ganz helles Geschenk für Sie sein,« sprach er leise, fast ein wenig heiser.
Er blieb neben ihr stehen.
Die Gäste drangen auf sie ein. Alle ehemaligen Schülerinnen, die Professorsfrauen und Offiziersgattinnen. Alle sprachen sie vom verstorbenen lieben Herrn Direktor und von Diermann.
Bartelmes war für sie jetzt der Herrscher. Er hatte ja alles geleitet. Er antwortete allen. Christiane schwieg betäubt.
Sie wußte, daß sie ihm heute die Herrschaft übergeben hatte. – –