Mai Friedlein hatte sich trotz ihrer Mitwirkung und manch heimlicher Komplimente, die ihr vom Doktor zugekommen waren, doch geschickt von ihm zurückgehalten. Sie war mit ihren Plänen so gut fertig, daß es nur noch fehlte, daß sie gelangen. Sie spielte nicht mehr auf das Wunder hinaus. Ihr Wurf war viel kürzer geworden.
Ja, sie war schön. Wie schön, das wußte sie nur allein.
Aber wenn einer nach ihr gegriffen hatte, so fand es sich immer, daß er schmutzige Hände hatte oder nichts in den Taschen.
Nun war einer mit sauberen Händen da. Aber er war ein bißchen gewöhnlich und hatte schlechte Manieren. Ihr Herz zog sich vor ihm bitter zusammen, aber es blieb ihr kein anderer Weg, als der zu ihm, und es gehörte noch viel Klugheit dazu.
Auch sie empfand die Schönheit der Mädchen. Die der Werdenden. Die über sie hinwegwuchsen.
Wenn sie an dem Abend noch nicht an ihr Ziel kam, so war es, weil ihr helles Kleid Dreher Bedenken machte. So etwas kostete viel Geld.
Die Jong kam zur Wehrendorf.
Ada hielt ihren Kopf gesenkt.
Mühsam hatte sie ihr Schiff ein halbes Jahr gesteuert. Ostern hatte sie einen Teil der Fracht abgeben können, aber grade die guten, strebsamen Kinder. Die anderen waren geblieben. Auch die kleine Cöldt.