Hardi dachte daran.
Sie hatte nicht viel Süßes im Leben gehabt. Aber sie hatte es auch nicht gebraucht. Sie war ihrer Mutter Tochter.
Es hatte wohl noch mancher ihren Weg gekreuzt, besonders dort oben in der Ostmark. Wenn sie unverheiratet gewesen wäre, noch die arme Dorreyter – dann hätte sich keiner dieser Herren um sie gekümmert. Aber so neigten sie sich ihr verhohlen spähend zu. Sie spürten ein Unglück an ihr und suchten sie auf ihre Art zu trösten. Noch jetzt blitzte dann und wann auf ihrem Wege ein solcher Glühfunken auf.
Sie kümmerte sich nicht darum.
Sie hätte zu Hause bleiben und ein altes Fräulein werden müssen; sie hätte nichts vermißt.
Aber sie war's nicht geworden.
Jetzt hatten sie das Dorf erreicht. Die Häuser waren sanft an den Berg gelehnt, der sie schützte. Gärten kränzten sich um sie. Einige schlichen den Berg hinauf, so weit sie konnten. Ganz oben auf dem Gipfel waren Kirschenplantagen, die standen wie weißes Gewölk.
Weiber liefen vorbei, schon barfüßig, schmunzelten hinauf und sprachen von guter Ernte.
Wie konnte man an Ernte denken, an dicke, rote Kirschen, wenn das zarte Gewölk da oben stand?
Mit einem leisen Gelächter sagte Hardi es ihrem Mann.