»Markburg,« sagte er trocken. »Aber Sie gnädiges Fräulein – Sie – – sind doch nicht so kleinbürgerlich!« Er lachte.
Sie schwieg. –
Ich gehe nicht nach dem Walde, dachte sie. Mögen sie ihr Spiel für sich allein haben. In ihr nagte es: Du durftest nicht. Sie hörte die Worte der besorgten Mütter, daneben aber klang noch etwas anderes – eine Melodie!
Sie kümmerte sich nicht um die Vorbereitungen, hörte aber von der Haberkorn, daß die Mädchen des Doktor Bartelmes kaum noch zu regieren seien, so vergnügt seien sie. Es machte ihr jetzt eine besondere Freude, Christiane etwas über Bartelmes zuzutragen. Lauernd flogen ihre Blicke über sie hin.
Christiane verzog keine Miene.
Heute nachmittag will ich mal wieder zur Mutter, dachte sie, und mich nach der Wehrendorf umschauen. Hier läuft sie mir immer aus dem Wege, und ich – denke nicht an sie.
Ehe sie aber so weit kam, erhielt sie Botschaft vom Präsidenten, daß er sie zu sprechen wünsche.
Das gesamte Patronat war versammelt.
Die Herren schienen kühl.
Der Präsident sagte, daß die Richtung, die in der Reutterschule neuerdings unerwarteterweise verfolgt würde, in den beteiligten Kreisen gar nicht angesprochen hätte und daß man Fräulein Doktor Dorreyter dringend ersuchte, von diesem veränderten Kurse abzusehen. Der Kernpunkt sei ja wohl nicht sie, sondern der neue Oberlehrer, in dessen Wahl man sich anscheinend etwas vergriffen hätte und der auch anscheinend über seine Grenzen hinaus zu dominieren versuche. Man setze aber in Fräulein Doktor Dorreyter volles Vertrauen, daß sie das Schiff in ihrem Sinne steuere, den sie ja in ihrer energischen Antrittsrede, wenn man sich richtig erinnere, deutlich kundgegeben habe. Es seien auch Beschwerden über die Lehrerin Wehrendorf eingelaufen, die damals nur auf besondere Verwendung des Fräulein Doktor und einiger Damen angenommen worden sei und die anscheinend nicht in den Schulbetrieb gehöre.