Sie schaute zurück.

Wo war das Rot?

Sie sah auf die Straße.

Wo war der Reiter?

Bartelmes stand vor ihr. Seine Blicke überglitten sie, er sprach kein Wort.

Wie ein seidenweicher Schleier überrann sie das Gefühl: ich bin doch schön. Ich bin vielleicht noch nie so schön gewesen, wie jetzt – in meiner Reife.

Verwirrt horchte sie. Kein Hufschlag mehr.

Ihre Seele schrie auf, schrie nach Feuern hin, nach Flammen, nach einer einzigen schönen Glut, nach einem Glück, wie sie es noch nie besessen hatte. Sie wollte nicht immer Muster sein, Tugend, Vorbild, sie wollte Flamme sein, Schönheit, Genuß – sie wollte geben, was noch keiner besessen hatte und was alle gaben. Sie wollte mit Kränzen in feinen Melodien schreiten und purpurn untergehen, wie der Abend untergeht. Sie wollte dem Leben nahe sein, ganz nahe, sie wollte Leben sein.

Seine Miene blieb unbeweglich.

Und eben deshalb sah sie ihn schärfer an, als sie es sonst in ihrer Erregung getan hätte.