Er hielt stand. Es war vielleicht in seinem Willen, daß die Maske jetzt fiel, die er doch für jeden Kundigen nur lose vorgehabt hatte, denn er gedachte nicht weiter zu gehen und sich keinerlei Schwierigkeiten zu machen.

In den Augen blieb sein Lächeln.

Verwirrt grübelte sie, wo sie es schon gewahrt hatte: wenn er mit der Haberkorn sprach, auch mit der Seifert oder mit der Mehlmann – alle belächelte er so aus einer gewissen Mannesüberlegenheit heraus, und nun hatte er das Lächeln, das Blinzeln auch für sie – –?

Sie begriff noch nicht. – Auch – für – sie – –?

Und dann kam ihr Gewißheit. Ihre hellsichtige Menschenbeobachtung fand sich wieder ein, vielleicht noch nie so scharf, wie in dieser Sekunde. Sie durchschaute sein Spiel, das auf ihre innere Demütigung auslief und auf das äußere Vorzeigen: seht, ich habe die Herrin unter mir. Ich bin der Herr. Die haben sie angestaunt, wie ein neues Wunder, die sind argwöhnisch vor ihr geflohen, ein Narr ist sogar vor Schrecken gestorben – ich aber habe festgestellt, daß es unter den Frauen nichts Neues gibt und niemals etwas Neues geben wird. Es gibt gar keine modernen Frauen. Wenn sie es können, so begehren sie immer nur den Kranz, den der Mann ihnen aufsetzt, und ihr Wille, ihre Pläne sind rasch zu biegen ... an jedem Platz!

Sie erkannte noch mehr: Er war ihr gegenüber nie in Unruhe geraten, vermißte nichts und begehrte nichts. Seine Sinne waren unbeteiligt, denn er hatte ein anderes Weib um sich, von dem ihm die scharfe Erkenntnis jedenfalls mit geflossen war – – –

Er wollte nun doch näher an sie heran.

Sie sah ihn mit funkelnden Augen an.

»Sie haben ja eine Geliebte,« sagte sie hart.

Er schnellte etwas zurück.