Aber auf einmal fingen ein paar der Kleinen heftig an zu weinen. Und eine drehte sich zu Hanni Cöldt um und schrie: »Du! Du!«
Und plötzlich sah der Geheimrat Meckebier die fliehende Gestalt drüben am Walde.
»Herrgott,« sagte er und faßte den anderen am Arm.
Nun eilten sie zu Christiane und schlugen Lärm.
Die Jong wurde gerufen und sagte: »Ich habe es kommen gesehen. Sie aß und schlief nicht mehr. Gestern gab ich ihr noch einen Brief von meinem Onkel und redete ihr flehentlich zu: sie solle kommen und wenn es nur für ein Ausruhen war – man wollte sie dort pflegen. Aber sie wollte nicht.«
– Als Ada im Walde war, fing sie an zu denken.
Von neuem kam die Gewißheit über sie: es war aus. Man behielt sie nicht mehr an der Reutterschule. Da konnte Christiane es so gut meinen, wie sie wollte – man behielt sie nicht mehr.
Und ohne die Kinder konnte sie doch nicht leben. So viel sie sie in ihrer süßen Dummheit auch gequält hatten, sie hatten sie doch auch lieb gehabt. O ja, die meisten hatten sie doch lieb gehabt. Und nun konnte sie es nicht vertragen, daß eine andere an ihre Stelle kam – das konnte sie ihr nicht gönnen! Nicht einmal die kleine Cöldt konnte sie ihr gönnen! Der ganze schwere Kampf – wie war er schön – wie war er schön.
Sie blieb wieder stehen. Unbewußt war sie richtig gelaufen, denn ihre Phantasie hatte den Weg schon Tag und Nacht gemacht.
Da war der Krähenteich.