Sie machte Licht und sah gewohnheitsgemäß auf ihren Schreibtisch. Da lagen Briefe, Drucksachen, Kondolenzkarten und amtliche Schreiben. Da lagen ihre Entwürfe.

Ach ja, ihre Entwürfe.

Ihr Atem strich einen Augenblick schwer. Es war, als wollte sie etwas niederreißen. Als stürmte ein schweres Wasser gegen sie an.

Sie ging ans Fenster.

Da lag ihr einsamer Garten. Er war dunkel, nur der Duft strich herauf. Es war kein Frühlingsduft, er erinnerte sie an den Wald, an den der einsamen, goldblühenden Linde, deren Blüten keiner pflückte.

Ihr Herz schlug hart und stark.

Und dann überkam es sie auf einmal wie mit festen Händen: es war die Einsamkeit, das eiserne Geborgensein in sich.

Das war das beste, was ihr gehörte, und ihr höchstes Lebensgeschenk. Tief in ihr lag unendliches Blühen, lagen unendliche Strecken unbetretenen Landes, eisige Einsamkeiten.

Die gehörten ihr. Nur ihr allein.

Sie ging hin und her.