Am nächsten Tage sprach Christiane mit dem Arzt.
Der sah sie ernst an.
»Die gnädige Frau ist sehr krank.«
»Krank –«
»Sehr krank,« sagte er mit dem scharfen ›R‹ der altansässigen Deutschen. »Sie fühlt vollkommen das Richtige. Ihr Organismus ist für die Ehe nicht geschaffen, wenigstens war sie viel zu jung. Es wird einen bösen Kampf geben.«
»Weiß mein Schwager – –«
Der Arzt zuckte die Achseln.
Wie geschlagen blieb Christiane zurück. Die ganze schöne Einrichtung der Wohnung, die Ludwig bezahlt hatte, schien ihr wie die Dekoration eines Totenhauses. Die kleine Hardi hatte ihre Examenscheu und das bißchen Frauenglanz mit dem Schwersten zu bezahlen. Ihr inneres und äußeres Wehren war der wahrhaftige und unbewußte Ausdruck der ahnenden Kreatur.
Sie ging zur Schwester und begriff nicht. Alles in ihr lehnte sich dagegen auf, in einem bißchen Wärme so dahinzuschwinden. Sie dachte wiederum an die Frau von Rhane.
Es blieb ihr wohl übrig, Ludwig vorzubereiten. An dem Tage hatte sie grade versprochen, ihn vom Amt abzuholen.