Frau Dorreyters herbes Gesicht erhellte sich. In der Arbeit in der Pension hatte sie endlich die Befriedigung ihres Lebens gefunden. Soweit Hardi ihr Interesse nicht in Anspruch nahm, gehörte es den Berufsdamen.
»Wie lange ist sie doch von Cöldts fort?« fragte Christiane.
»Vor den Ferien war es. Also seit fünf Wochen.«
»Und seitdem hat sie im Hospiz gelebt. Vermutlich hat sie kaum noch Geld.«
»So sah sie aus. Ich hab sie manchmal drüben im Stadtpark gesehen und dachte immerzu: die geht noch in den Teich. Darum hab ich Hardi gebeten, daß sie noch irgendwie für sie sorgt.«
»Die Vereinsdamen sprachen mir von ihr.«
»Ja, ja. Unter den Mitgliedern mag vielleicht noch die eine oder andere sein, die ihre Eltern gekannt hat. – Weißt du, ich will sie bei der Jong einquartieren und aufs Sofa betten. Die erlaubt das gern. Wir wollen mal zu ihr gehen, was meinst du?«
»Wer wohnt denn alles bei dir?« fragte Christiane.
»Außer dem Fräulein Seifert alle Damen vom Reutterschloß. Ich komme mit ihnen aus.«
Auf dem Flur, auf dem die Mangel und ein paar Fahrräder standen, flüsterte die Mutter plötzlich: »Du, wir klopfen besser erst bei der Haberkorn. Denn wenn du zur Jong gehst und nicht erst zu ihr, so nimmt sie das übel.«