»Wie furchtbar.« Christiane lachte.

Aber in dem Augenblick geschah es doch anders.

Fräulein Mehlmann öffnete ihre Tür, noch den roten Schein eines ausgedehnten Nachmittagsschläfchens auf den Wangen und erstrahlte in Seligkeit und Respekt, als sie Christiane gewahrte.

»Ach, Fräulein Doktor, ne – ne« – sie unterbrach sich hastig – »ich wollte nur sagen, das freut mich aber – jetzt müssen Sie doch bei mir eintreten, nur auf ein Augenblickchen, ein einziges Augenblickchen –!«

Sie kam hinter den beiden in das große Zimmer zurück und zuckte erschrocken: »Wirst du wohl! Verzeihen Sie nur – da ist wieder das dumme Tier, der Kater, hereingekommen –«

Auf dem gepolsterten grünbezogenen Ohrenstuhl richtete sich ein riesiges schwarzes Katzentier auf und sprang mit einem Satz auf den Blumenteppich.

»Marsch – marsch – fort –.« Fräulein Mehlmann jagte ihn aufgeregt aus der Tür.

»Sie haben hier Ihre eigenen Sachen?« fragte Christiane, die sich umgesehen hatte.

»Ja, ja, die von zu Hause. Ich habe nur die leeren Stuben gemietet. Ich könnte ja auch allein wohnen, aber dann ist mir zu bange. Hier hat man doch immer eine Ansprache, wenn man sie haben will ...« Sie blickte Christiane glücklich an.

»Vor zwanzig Jahren sind Sie noch meine Schülerin gewesen ... wissen Sie noch ...?«