Der Baron entdeckte sie sogleich, und in der Voraussetzung, ihr vielleicht einen Dienst leisten zu können, nahte er sich ihr sogleich und fragte nach ihren Wünschen. Das kam Aurelien sehr gelegen, und sie zögerte nicht, ihm dieselben zu erkennen zu geben.
»Ich hatte es erwartet,« flüsterte er ihr bewegt zu. »Die Dreistigkeit dieses Mädchens ist in der That ganz beispiellos und hat eine allgemeine Entrüstung hervorgerufen. Ich begreife nicht, wie der Prinz so etwas gestatten konnte, da er doch wußte, daß sowol die Prinzessin als auch der Hof anwesend sein würden.«
»Jetzt ahne ich, wer die Fremde ist!« fiel Aurelie erschreckt ein.
»Und Ihre Ahnung täuscht Sie leider nicht.«
»Wie wird die Prinzessin diese Nachricht aufnehmen!« bemerkte Aurelie betrübt.
»Sie müssen ihr die Wahrheit verheimlichen.«
»Das mag ich nicht, denn ich fürchte, sie ahnt bereits, wer die Dame ist.«
Mühlfels zog bedauernd die Achseln und entgegnete: »So weiß ich in der That nicht zu rathen, und es wird eine Scene geben, die nun nicht mehr ausbleiben kann.«
»Hat man denn nicht daran gedacht, das Mädchen zu entfernen?«
»Allerdings, doch Niemand will sich dazu hergeben; man fürchtet sich dadurch des Prinzen Ungnade zuzuziehen. Auch scheut man das Aufsehen, das eine solche Maßnahme erregen würde.«